Jahr Thema 2020

„Ich komme das Leiden zu lindern!“

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Als die Fachleute sich 2019 zum Konkurs des ältesten Reiseunternehmens der Welt äußerten, waren sie der einhelligen Meinung, dieses Unternehmen habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt: „Heutzutage plant ein Tourist seine Reise alleine vor seinem Computer!“ Der Trend gehe eindeutig zur individuellen Gestaltung.

Jeder für sich?

Individualismus, jeder für sich: diese Tendenz ist in vielen Bereichen des Alltagslebens zu beobachten, auch im Bereich der Pilgerfahrten. Anstatt sich an einem festgelegten Datum mit anderen im Reisebus auf Pilgerfahrt zu begeben, ziehen manche es vor, spontan zu entscheiden, wann sie vereisen und gebrauchen dann den Pkw. Handelt es sich dabei um einen unumkehrbaren Trend, den wir einfach zur Kenntnis nehmen sollten? Ich wage, das zu bezweifeln!

Denn merkwürdigerweise geht der Trend ebenfalls hin zu Großereignissen: viele Individuen suchen das Bad in der Menge, ob auf Festivals, der Fan-Meile oder bei Weltjugendtagen. Auch das wachsende Umweltbewusstsein stellt den hemmungslosen Individualismus immer mehr in Frage. Ich bin der festen Überzeugung, Pilgerfahrten im Reisebus haben Zukunft, auch wenn sie vielleicht im Moment eher eine Durststrecke durchmachen, was Pilgerleitern und –leiterinnen oder Reiseunternehmen das Leben schwermacht.

Geteilte Freude

Wie in jeder Saison möchten wir auch dieses Jahr mit den Pilgern einen Aspekt der Botschaft von Banneux vertiefen. Die Quelle sei für die Kranken, sagte die Muttergottes am 19. Januar 1933. Deshalb haben die kranken, behinderten und leidenden Menschen im Herzen der Gottesmutter und des Heiligtums seit jeher einen Ehrenplatz. Daran möchten wir dieses Jahr ganz besonders erinnern.

Ein deutsches Sprichwort bringt den hohen Wert der Solidarität schön auf den Punkt: „Geteiltes Leid ist halbes Leid; geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Ja, die gemeinsam unternommene Pilgerfahrt wird zur Quelle des Trostes und der Freude für alle, die sich auf dieses Abenteuer einlassen.

Liebe Pilgerleiter und Pilgerleiterinnen, liebe Reiseunternehmer, ich möchte Ihnen ganz herzlich für Ihren Einsatz danken. Ihr Angebot an potenzielle Pilger kann sich als ein „Geschenk des Himmels“ entpuppen. Ich bin sicher, die Rückmeldungen glücklicher Pilger/innen wiegen die Mühe auf, die Ihre Aufgabe mit sich bringt. Falls Sie Informationen oder Hilfe brauchen, dann zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Unsere Mitarbeiter/innen stehen Ihnen voll und ganz zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen!

Rektor Leo Palm